Krankenkassenprämien steigen auch 2016

Die Gesundheitskosten in der Schweiz wachsen stetig, und die Krankenkassenprämien werden auch 2016 wieder steigen. Davon abhängig, in welchem Kanton sie wohnen und bei welcher Krankenkasse sie versichert sind, kann die Erhöhung gemäss Comparis bis zu 20% betragen!

Natürlich wird dies nicht überall der Fall sein, der durchschnittliche Anstieg der Versicherungsprämien dürfte bei ca. 4 Prozent liegen. Wo liegen die Gründe für den erneuten Anstieg? Nun einerseits steigen die Kosten für ärztliche Leistungen zu Lasten der obligatorischen Grundversicherung weiter an, andererseits sorgt Bürokratie bei der Regulierung der Prämie dafür, dass diese volatil werden.

Importe werden teurer und Patienten immer anspruchsvoller

Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte bei Comapris, sieht den Anstieg bei den Krankenkassenprämien 2016 mehrheitlich bei den folgenden 4 Punkten:

  •  Arztpraxen und Spitäler: Die Kosten für Spitäler und Arztpraxen sin im ersten Quartal 2015 markant angestiegen. Eine Hochrechnung für das gesamte Jahr 2015 ergibt insgesamt eine Kostenerhöhung von beinahe 5%. Dabei spielt die Einführung der neuen Spitalfinanzierung eine gewichtige Rolle. Angesichts der Überkapazitäten wär eigentlich eine Kostensenkung zu erwarten gewesen. Allerdings verhindert der Protektionismus, den die Kantone im Spitalsektor weiterhin ausüben, immer noch den Wettbewerb um Effizienz und Qualität.
  • Preise für Medikamente: Nachdem die Preise für Medikamente in den letzten Jahren immer mehr an das Niveau gewisser Nachbarländer angepasst worden sind, hat der Bund diese Preisüberprüfungen und Anpassungen aufgrund der Entwicklung des Euro/Frankenkurses sistiert. Weil der Anteil an Generika weiterhin sehr klein ist und immer mehr kassenpflichtige Medikamente konsumiert werden, steigen auch hier die Kosten für die Grundversicherung.
  • Hilfsmittel: Auch im Bereich der Hilfsmittel, wie zum Beispiel Inhalationsgeräte, oder Geh- und Hörhilfen, schlägt der schache Euro nicht auf die Schweizer Preise durch.
  • Unnötige Spitalbesuche: Statt sich zuerst telemedizinisch oder vom Hausarzt beraten zu lassen, wenden sich Patienten vermehrt wegen Bagatellen an den teuren Spitalnotfall. Dies führt zu einem absolut unnötigen Anstieg der Kosten in diesem Bereich.

Volatile Prämien wegen des neuen Aufsichtsgesetzes

Das neue Aufsichtsgesetz verlangt von den Krankenkassen, das diese Ihre Prämienpolster im Folgejahr an die Prämienzahler zurückzahlen müssen. Dies führt allerdings dazu, das die Krankenversicherungen über keine Polster mehr verfügen, und die starken Prämienerhöhungen nicht mehr abfedern können. Dies führt dazu, dass die Volatilität im Bereich der Krankenkassenprämien stark ansteigt.

Prämien vergleichen lohnt sich

Wer sich fürs 2016 die billigsten Prämien sichern will, nimmet am besten einen Prämienrechner Krankenkasse in Anspruch. Vergleichen Sie die Prämien und fordern Sie verschiedene Offerten an, um die günstige Grundversicherung fürs 2016 zu finden.

Video: Krankenkassensystem in der Schweiz